Kurzfilmprojekte

Letztes Semester haben wir Drehbücher verfasst, aus welchen wir dieses Semester zwei ausgewählt haben. Diese möchten wir nun zu Kurzfilmen realisieren und dabei möglichst viele Erfahrungen zum Drehen und Produzieren von Filmen sammeln. Unser Ziel ist es dabei, unsere beiden Kurzfilme auf Filmfestivals vorzustellen und unseren Studiengang damit repräsentieren zu können. Wir möchten unseren eigenen Ansprüchen gerecht werden und dadurch andere inspirieren, sich zu trauen und Neues zu schaffen. Ermöglicht wird uns das Projekt durch unsere Fachhochschule. Sie unterstützt uns unter anderem mit Workshops oder viel Erfahrung aus den vorherigen Semestern. Insgesamt steht jedoch unser Studiengang MID20, in Zusammenarbeit mit den Sponsoren, hinter dem Projekt.

Yesterday

Anton arbeitet in einer großen Firma und besucht wie jeden Tag nach Arbeitsende seine demente Mutter Barbara. Er fährt zu der alten Wohnung in der Plattenbausiedlung und kocht für sie. Nach dem Abendessen erhält Anton einen Anruf von seinem Chef Kilian, der ihm einen neuen, besser bezahlten Job in der Stadt anbietet. Aufgrund der Distanz zwischen Arbeitsweg und Wohnung könnte er Barbara nicht weiter pflegen und müsste ihr einen Platz in einem Pflegeheim suchen. Anton versucht mit seiner Mutter zu reden und bittet sie um Rat, aber sie ist zu verwirrt und dement um ihm eine Antwort zu geben. Anton bringt sie ins Bett und denkt über das Angebot nach. Zuhause telefoniert er mit seinem Chef und nimmt das Angebot an. Er kann zusätzlich zu seinen eigenen finanziellen und persönlichen Problemen nicht die Verantwortung und Pflege für seine Mutter übernehmen. Anton hofft, Barbara im Altersheim ein besseres Leben ermöglichen zu können und versucht, das finanzielle Problem der Familie durch den neuen Job zu lösen.

Mit diesem Film möchten wir auf die Altersarmut in Deutschland aufmerksam machen. 1,2 Millionen Senioren ab 75 Jahren leben mit unter 60 Prozent des durchschnittlichen Pro-Kopf-Einkommens und bekommen so nicht genug Geld, um ihre Grundbedürfnisse zu befriedigen. In unserem Film ist Barbara ein Opfer der Altersarmut. Ihr Sohn wählt zwischen Distanz mit Geld und Nähe und Armut und entscheidet sich am Ende trotz der wichtigen Beziehung zu seiner Mutter gegen die Nähe zu ihr und für ein Leben mit besseren finanziellen Mitteln.

Queerleben

Die 16 jährige Lilly trifft sich für ein Schulprojekt mit ihrer Freundin Paula. Bevor Lilly bei ihr ankommt, betrachtet Paula alte Polaroids und erinnert sich an schöne gemeinsame Momente der beiden. Als ihr Vater das Zimmer betritt versteckt sie die Fotos unter einem Poster. Bei Lillys Ankunft versucht sie Paula zu küssen, welche den Kuss jedoch nicht erwidert. Sie gehen in Paulas Zimmer und küssen sich, bis Paulas Mutter an der Tür klopft. Sie möchte wissen, ob Lilly irgendwelche Allergien habe, da gerade das Abendessen vorbereitet wird. Paula hat ein ungutes Gefühl dabei, dass Lilly und ihre Familie zusammen an einem Tisch sitzen und sagt dass Lilly sowieso bald nach Hause müsste. Paulas Mutter besteht dennoch darauf, weshalb Lilly einwilligt. Lilly bemerkt, dass etwas nicht stimmt und versucht mit Paula zu reden. Diese streitet es jedoch ab und sie beginnen mit dem Vorbereiten des Schulprojekts. Am Tisch ist Lilly sehr verwundert, als ein Tischgebet gesprochen wird. Beim Essen werden in den Nachrichten von neuen homophoben Gesetzen in Ungarn berichtet. Paulas Vater stimmt diesen zu, was Paula sehr unangenehm ist. Nach weiteren homophoben Kommentaren des Vaters kann sich Lilly nicht mehr zurückhalten und stellt den Vater zur Rede, wobei sie sich ihm gegenüber outet. Der Vater steht auf und zwingt Lilly, sein Haus zu verlassen. Paula bricht in Tränen aus und versucht ihren Vater umzustimmen, was jedoch nicht funktioniert. Er meint, Homosexualität wäre eine Krankheit, und sie würde seine Familie infizieren. Nachdem ihr Vater seine Enttäuschung gegenüber Paula deutlich gemacht hat, verlässt er ihr Zimmer. Paula nimmt das Poster ab, betrachtet die Polaroids und lächelt.

Mit diesem Film möchten wir auf den konservativen Umgang mit Homosexualität aufmerksam machen. Viele junge Leute müssen auch heute noch solche Situationen miterleben und ihre Orientierung vor ihren eigenen Familien verstecken. Wir möchten in dem Film zeigen, dass sich diese Leute trotz ihres intoleranten Umfelds nicht verunsichern lassen sollen.

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